Die Größe der Gruppenräume ist so zu bemessen, dass für jedes Kind 4 qm im Elementarbereich und 6 qm im Krippenbereich zur Verfügung stehen. Um dauerhaft zu gewährleisten, dass ein hochwertiges Raumangebot in Kindertageseinrichtungen zur Verfügung steht, sind neben den Investitionen für Neubauten ausreichende Mittel für Sanierung und Instandhaltung vorzusehen.
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Nicht nur die reine Quadratmeterzahl der Gruppenräume muss angepasst und aufgewertet werden, sondern auch die Raumaufteilung und das Raumangebot selbst. So ist es für ein differnziertes und individualisiertes arbeiten erforderlich, abgeschlossene Räume in unmittelbarer Nähe zum Gruppenräumen zur Verfügung zu haben. In den aller meisten Kitas müssen für diese Selbstverständlichkeiten Mitarbeiterräume, Abstellbereiche, Flure und der eigentlich für Bewegungsangebote dringend erforderliche Mehrzweckraum hierfür herhalten. Ein unmöglicher Zustand!
In Ganztagseinrichtungen sollte ein Ruhe- und Rückzugsraum, ebenfalls in Nachbarschaft zum Gruppenraum, zu einer Selbstvertändlichkeit werden.
Sabotiert Modellkommunengesetz nun doch nicht mehr die Kita-Raumstandards?
Heute war in der Zeitung (HAZ) zu lesen, dass die “Freiheit” der Kommunen im Rahmen des Modellkommunengesetzes, die im KitaG, bzw. der Durchführungsverordnung, festgelegten Raummindeststandards zu missachten, zurückgenommen wurde.
Dass heißt Kommunen müssen sich auch in Zukunft bei der Einrichtung und dem Betrieb der Kitas an die landesweit vorgegebenen Raummindeststandards halten.
Bezeichnend ist eine Bemerkung des Oldenburger SPD-Oberbürgermeisters, der in der HAZ-Berichterstattung zu Wort kommt. Er bedauert, dass es nun leider nicht mehr möglich sei, eine Kindergartengruppe - selbstverständlich mit Einverständnis der Eltern - auch mal ein bisschen größer zu machen.
Will heißen: “Liebe Eltern, nun habt euch mal nicht so, ihr wisst doch unsere Mittel sind beschränkt, wenn eure Kinder alle ein bisschen zusammenrücken, dann wird’s schon irgendwie gehen.”
Dieser Appell mag taugen, wenn beispielsweise zu Stoßzeiten bei großen Veranstaltungen der Busfahrer seine Fahrgäste auffordert ein wenig zusammenrücken, um weiteren Fahrgästen den Einstieg zu ermöglichen.
In der Kita müsste eigentlich das umgekehrte Prinzip gelten: Die Kitagruppen sind ohnehin schon viel zu groß und der vorgegebene Platzbedarf aüßerst grenzwertig, um eine gute Kita-Arbeit zu gewährleisten.
Eigentlich müssten die Kitagruppen von vornherein deutlich kleiner sein, als die vorgegebenen Gruppengrößen es zulassen. Dann kann in begründeten Ausnahmefällen auch mal ein zusätzliches Kind aufgenommen werden, ohne dass man gegen bestehende Verordnungen verstößt.
Korrektur:
Es war nicht der Oldenburger Oberbürgermeister, der das sagte sondern der Lüneburger. Ist es möglich, dies zu ändern? Sonst bitte diese Korrektur dazu stellen. Viele Dank, Georg Weil.