Diskussion

Diskussionsbeitrag:
Gute Qualifikation der pädagogischen Fachkräfte

Gute Qualifikation der pädagogischen Fachkräfte

Um den differenzierten und wachsenden Anforderungen in den Kindertageseinrichtungen gerecht zu werden, müssen die pädagogischen Fachkräfte in einer Kindertageseinrichtung mindestens eine Qualifikation als Erzieherin haben.

Unsere Gründe, dieses zu thematisieren finden Sie hier…

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4 Antworten zu “Gute Qualifikation der pädagogischen Fachkräfte”

  1. Robert Wiedemuth sagt:

    Selbstverständlich wollen die Eltern, dass ihre Kinder in den Einrichtungen in Ergänzung zur elternlichen Erziehung optimal betreut, gefördert und mit auf das Leben vorbereitet werden. Dies bedeutet aber auch, dass die MitarbeiterInnen in den Einrichtungen ihren Aufgaben entsprechend gut bezahlt werden. Mehr Wert heißt nicht nur mehr Raum, mehr Bildung, mehr Qualifikationen etc.., sondern auch eine entsprechende Entlohnung, von der man(n) und Frau existieren können.

    Wir stimmen allen Forderungen der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsplfege zu, würden uns aber sehr freuen, wenn die AWO, die Caritas, das Rote Kreuz, die Diakonien, und alle Einrichtungen und öffentlichen Dienste auch so ehrlich wären, die Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen gleichfalls bei den eigenen Beschäftigten umzusetzen. Bei den derzeitigen Einkommen muss man sich schon fragen, wo die Motivation langfristig herkomen soll, dass genau diese unterbezahlten Beschäftigten unsere Kinder betreuen.

    Also, nicht nur fordern - sondern erst mal vorangehen…

    __________________
    Robert Wiedemuth
    Kreiselternvertretung
    der Kinderbetreuungseinrichtungen
    im Landkreis Stade

  2. Hedwig Bergmann sagt:

    Sehr geehrter Herr Wiedemuth:

    auch ich bin der Meinung, dass wir Erzieherinnen besser bezahlt werden müssen. Eine bessere Vergütung der Erzieherinnen verbessert aber nicht die Rahmenbedingungen der Bildungsarbeit. Ich begrüße es außerordentlich, dass sich die LAGFW für kleinere Gruppen einsetzt, für mehr Vorbereitungszeit usw. Nur so ist es möglich, dass wir die Kinder auf ihrem Weg ins Leben gut unterstützen können. Ich würde es sehr begrüßen, wenn sich möglichst auch viele Eltern dieser Forderung anschließen würden.

    Hedwig Bergmann

  3. Robert Wiedemuth sagt:

    Dem stimmen wir sogar zu. Nur, eine Erzieherin, die vier Jahre Ausbildung und zusätzliche Ausbildungszeiten für weitere Qualifikationen absolviert hat, bekommt heute ein Anfangsgehalt von ca. 1.000,- € netto. Da wird es schwer, als Erzieherin mit Bildungsauftrag in zu großen Gruppen, zu kleinen Räumen und in Gruppen mit zunehmenden Integrationsbedarfen und Defizieten mutiviert und erfolgreich tätig zu sein. Da wünschen wir uns alle deutliche Verbesserungen.

    Zum Bildungsauftrag wünschen wir uns aber auch, dass der Bildungsauftrag Bundeseinheitlich und mit überprüfbaren Ergebnissen ausgeführt wrd. Dies wird nur mit einer Gesetzesvorgabe möglich sein. Dies muss dann aber auch im Integrationsbereich, dem Migrationsbereich und für Kinder mit Handicap gelten. Nur so erreichen wir annähernd vergleichbare Chancen für unsere Kinder und im Schulbeginn. Diese Aufgabe zu formulieren darf nicht den Komunen und Gemeinden überlassen werden, sondern sollte für alle gleich sein.

  4. Georg Weil sagt:

    Sehr geehrte Frau Bergmann,

    bei meiner Arbeit im Kita-Stadtelternrat mache ich immer wieder die Erfahrung, dass Eltern zwar großes Verständnis für eine bessere Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher aufbringen, aber gleichzeitig diese Forderung nicht offensiv vertreten.

    M. E. liegt das daran, dass die Zeit in der die Eltern sich mit der Institution Kindertagesstätte auseinandersetzen zeitlich begrenzt ist. Eine Familie mit einem Kind, das nur den Kindergarten besucht, hat gerade mal drei Jahre mit der Institution Kita zu tun. Bei mehreren Kindern und wenn die Eltern außer dem Kindergarten ihren Kindern auch die Angebote Krippe und Hort ermöglichen, dann können auch mal zehn oder mehr Jahre zusammenkommen. Aber das sind insbesondere landesweit betrachtet eher die Ausnahmen zumal in vielen Kommunen nur wenige oder gar keine Krippen- oder Hortplätze angeboten werden.

    Deshalb ist es wichtig, dass diese Kampagne “Kinder-sind-mehr-Wert” fortgesetzt wird. Auch die Diskussionsseite ist es “Wert” weiterbetrieben zu werden. Denn die Kita-Träger-Verbände der freien Wohlfahrtspflege haben die Möglichkeit über den begrenzten Zeitraum hinaus, in der Eltern mit der Institution Kita sich auseinandersetzen, dauerhaft daran zu arbeiten, dass Verbesserungen im Kita-Bereich durchgesetzt werden.

    Eltern muss dabei das Gefühl vermittelt werden, das es sich lohnt für bessere Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen und Erzieher zu streiten, auch dann wenn möglicherweise nicht alle Verbesserungen, die dabei erreicht werden, unmittelbar ihren eigenen Kindern zu Gute kommen. Es muss ein historisches Bewusstsein vermittelt werden, das es ermöglicht auch kleine Fortschritte als solche zu erkennen und ein Denken über den Tag hinaus gefördert werden.

    Dazu gehört es auch, den Eltern zu ermöglichen, die Bedeutung von Institutionen wie die Freien Wohlfahrtsverbände aber auch die Gewerkschaften positiv neu zu bewerten. Denn dies sind die Institutionen, die ein Denken über den Tag hinaus erst ermöglichen!

    Georg Weil (Kita-Stadtelternrat Hannover)

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